Der Gefühlsdetektor

Eine Mind-Map kennt wohl jeder, ob aus der Schule, dem Beruf oder dem Internet. 

Der Erfinder dieser Methode heißt Tony Buzen. Er entwickelte seit den 1960er Jahren seine Methode des Mind-Mapping und erläutert diese in seinem Buch „Mind Map Mastery“. 

Wer sich also für die Methode der Mind-Map interessiert kann das ganz einfach nachlesen. Meine Nutzung einer Mind-Map unterscheidet sich von der Methode Buzens. Ich habe sie über die Jahre an mich und meine Bedürfnisse angepasst, dadurch ist sie zu einem hochindividuellen Werkzeug geworden. Für mich ist die Struktur einer Mind-Map ein Abbild meiner Selbst. Meines Lebens und eben dessen Inhalt. Meiner Gefühle, meiner Träume und meiner Ziele. Daher nenne ich sie viel lieber Gefühlsdetektor, warum wird später klarer. Für mich ist sie jedenfalls das ultimative Werkzeug, um im alltäglichen und speziellen Chaos des Lebens klar zu kommen. Dieses Werkzeug stelle ich euch in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung vor. Man muss schließlich wissen, wie man es richtig bedient.

1. Erstelle eine Mind-Map und fülle sie mit den verschiedenen Bereichen deines Lebens, das Zentrum bist natürlich du selbst. Das kann wie folgt aussehen: 

1. Erstelle eine Mind-Map und fülle sie mit den verschiedenen Bereichen deines Lebens, das Zentrum bist natürlich du selbst. Das kann wie folgt aussehen: 

 

2. Schreibe in einer ersten Phase alle Wörter und Gedanken zu den verschiedenen Bereichen, die dir direkt einfallen. Hier wird noch nicht nachgedacht, lasse dich von deinen Gedanken leiten. Es ist nicht schlimm, wenn Sachen vielleicht auf den zweiten Blick nicht richtig passen, darum kümmern wir uns später.

 

3.  Danach solltest du die bisher aufgeschriebenen Punkte grundlegend kategorisieren. Außerdem solltest du dir zu jeder Kategorie ein passendes Symbol überlegen. Meine Kategorien lauteten wie folgt: 

 

- Was ist im letzten Jahr gut gelaufen? Symbol: Grüner Hacken 

- Welche Punkte möchte ich im nächsten Jahr noch besser machen beziehungsweise mir

   mehr zu Herzen nehmen? Symbol: Grüner Unterstrich 

- Welche Punkte möchte ich im alten Jahr zurücklassen? Symbol: Rotes Kreuz 

 

Die Kategorisierung ist sehr individuell, daher solltest du dir deine gesammelten Wörter erst noch einmal in Ruhe durchlesen. Dabei fallen einem meist von selbst die passenden Kategorien ein. Es kann auch einmal länger dauern bis man das Passende findet. Stress dich nicht, sondern lass dir Zeit. Das Erstellen einer Mind-Map ist ein Prozess und manchmal ist es gut sie auch einfach noch mal von vorne zu beginnen, wenn etwas nicht passend erscheint. Lege an diesem Punkt ruhig mal eine Pause ein, um dir über das Geschriebene und die Kategorien Gedanken zu machen. Wie bei vielem ist es gut auch darüber mal eine Nacht zu schlafen. 

4. Deine Mind-Map ist erst fertig, wenn Sie dir fertig erscheint, dementsprechend gibt es hierbei keinen klaren Endpunkt. Du solltest in den meisten Fällen eine zweite Sammel-Phase durchführen, in der du jedoch nun wirklich nachdenkst. Mach dir über die Bereiche deines Lebens noch einmal intensive Gedanken, leite diese am besten wieder durch Fragen. Frag dich immer ganz allgemeine Dinge.

 

Zum Beispiel folgendes: 

- Was ist mein Ziel? 

- Habe ich ein Ziel?

- Bin ich damit glücklich? 

- Was macht mich daran glücklich? 

- Was macht mich daran unglücklich? 

 

Wenn du weitere Punkte gesammelt hast kannst du diese nun erst einmal wieder für dich kategorisieren,

vielleicht entstehen hier sogar ein paar neue Kategorien. 

 

5. Nun ist es immer wichtig weiter zu denken, um das Bild, dass man sich dort auf Papier von seinem Leben gemacht hat in das eigene Leben einzubinden. Auch hier sollte man sich wieder weiterführende Fragen stellen, zum Beispiel diese:

- Wie erreiche ich mein Ziel?

- Wie kann ich das ändern? Bzw. was muss ich machen, um das zu ändern?

 

Die Antworten auf diese letzten Fragen sind dann deine Vorsätze für die nächste Zeit. Hier sollten sich wirkliche umsetzbare Punkte rauskristallisieren, bei denen du denkst, dass sie dir helfen. Diese Hilfe kann sehr vielfältig sein. Sie können dir  beispielsweise dabei helfen ausgeglichener zu sein, dich mit dir selbst wohler zu fühlen, mehr Freundschaften zu knüpfen oder deine bestehenden besser zu pflegen. Wieder absolut individuelle Punkte.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, es dauert ungefähr einen Monat, um sich etwas ab- oder anzugewöhnen. Hier ist also wirklich entscheidend einen Vorsatz möglichst unkompliziert in den schon bestehenden Alltag einzubringen. 

Dazu hier ein Beispiel wie sich diese grundlegenden Gedanken entwickeln können:

Als ich diesen ganzen Prozess vor einem Jahr durchgegangen bin stand bei mir im Lebensbereich Freunde auch das Wort Einsamkeit. Warum? Ja, das habe ich mich dann auch gefragt. Daraufhin habe ich für mich ausmachen können, dass es gar nicht daran liegt, dass ich keine Freunde habe. Sondern es lag daran, dass ich mich gedanklich sehr eingeschränkt habe. Als Resultat war extrem unflexibel. Sobald mich jemand fragte ob ich etwas unternehmen möchte, ging bei mir ein grauenhafter Teufelskreis von Gedanken los und das nicht nur bei spontanen Treffen. Zu der Zeit wollte ich alles eine Woche im Voraus planen. Das hat meinen Beziehungen geschadet und in mir ein Gefühl der Einsamkeit ausgelöst. 

Für mich war dann klar: Mein Vorsatz ist es flexibler zu werden.

 

Nun zum entscheidenden Punkt: Wie werde ich flexibler? Um das rauszufinden habe ich mir überlegt was mich denn immer in meinem Teufelskreis an Gedanken beschäftigt. 

Im Prinzip war das vor allem folgender: „Wann fährt der Bus? Wann fährt der letzte Bus? Mist, da muss ich dann ja noch 15 Minuten laufen. Es ist Winter. Es ist kalt. Ich darf nicht krank werden. Vielleicht holt mich jemand ab? Vielleicht fährt mich jemand heim? Nein, das will ich ja eigentlich nicht.“

Da wurde mir klar, ich will nicht nur flexibler werden. Ich möchte mehr Unabhängigkeit. 

Hier kam dann die Frage auf, was muss ich dafür machen?

 

Meine Antwort, wie gesagt hochindividuell und immer von der Situation abhängig, war umziehen. 

Ein Umzug näher in die Stadt, näher zu meinen Freunden, zu meiner Arbeit, zu meinem Studium. 

Mein Lebensmittelpunkt war einfach nicht dort wo ich zu dem Zeitpunkt lebte, daher das Gefühl der Einsamkeit. 

Nicht alle Probleme und Gedankengänge sind so komplex, meistens sind die Antworten einfacher und schneller gefunden. Jedoch hilft dieser Schaffungs-Prozess oft dabei überhaupt erst einmal Probleme zu erkennen, um sie anschließend bewusst lösen zu können. Viel zu oft quält man sich vielleicht mit einem schlechten Gefühl rum und weiß aber einfach nicht wo es herkommt und erst recht nicht wie man es lösen kann. Hier fungiert die Mind-Map als Detektor des schlechten Gefühls. Sie kann einen in manchen Zeiten aber auch besonders gut auf die Dinge im Leben verweisen, welche einen wirklich glücklich machen. Die Mind-Map ist für mich ein Gefühls-Detektor. Wann immer ich mir über etwas unschlüssig bin, richte ich ihn in mich rein und finde heraus was los ist. 

Zum Schluss noch ein paar Gebrauchstipps für den Gefühlsdetektor: 

1.Regelmäßigkeit. Nicht nur um Neues zu entdecken, sondern auch um alte Entwicklung zu beobachten und eventuell Ziele für die Zukunft anzupassen.

 

2.Noch einmal: Zeit nehmen. Es ist ein Prozess. Nichts ist in Stein gemeißelt nur weil du es dir vorgenommen hast. Alles ist wandel- und anpassbar. Rechne mit Entwicklungen und setze dich mit ihnen bewusst auseinander. Es wird Phasen geben, da klappt alles ganz schnell und alles erscheint dir eindeutig, aber meistens braucht es ein bisschen, um an den Kern der Sache vorzudringen. Dräng dich nicht.

 

3.Es zeugt zwar von Selbstdisziplin etwas eisern durchzuziehen, jedoch nicht um jeden Preis. Wenn du merkst etwas funktioniert nicht, ändere es. Selbstdisziplin ist eine sehr knappe Ressource und kostet viel Kraft. Setze sie bewusst und gut überlegt ein.

 

4.Austausch. Es hilft seine Ergebnisse anderen mitzuteilen. Rede mit deiner besten Freundin/deinem besten Freund oder anderen Bezugspersonen über deine neuen Schlüsse. Oft haben sie Interessantes dazu zu sagen und bringen dich vielleicht auch auf neue Ideen. Besonders für die Umsetzung deiner Ziele und Wünsche ist die Inspiration durch andere Gold wert. Besonders schön ist es natürlich auch, einfach in der eigenen Sache bestätigt zu werden, dies sorgt oft für neue Motivation. 

 

5. Kreativität. Habe keine Scheu dir diese Methode zu eigen zu machen. Mach sie so individuell wie möglich und hör dabei ganz auf dich selbst. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel kann die Darstellung deiner Mind-Map schon viel ausmachen, manche haben sie gerne ganz für sich in einem Notizbuch, andere machen ein Plakat und hängen es über den Schreibtisch. 

 

6.Das Zentrum bist DU. Vergiss niemals, das Zentrum dieser Methode bist du, deine Gefühle, deine Wahrnehmung, deine Ziele, das sind die entscheidenden Faktoren. Fokussier dich 

Disclaimer: 

Wenn der Gefühlsdetektor dir nicht hilft ist das absolut in Ordnung. Es gibt noch viele andere Methoden, um mehr über sich selbst zu lernen, Probleme zu lösen und glücklich zu werden. Bester Ort, um sie zu finden, das Internet. Begib dich einfach auf die Suche nach der für dich passenden Methode, du selbst weißt sowieso was am besten für dich funktioniert.

 

Dieser Blogartikel wurde verfasst von der lieben Sarah Gruhl❤️

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